01/2023

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

unser Miteinander in diesem Winter ist vom Coronavirus nur noch wenig eingeschränkt und so können wir uns in der Advents- und Weihnachtszeit wieder in vertrautem Rahmen treffen und feiern. In den beiden letzten Jahren haben wir dies vermisst und dabei vielfach gespürt, wie wertvoll dieses Zusammenkommen in den Familien, mit Freundinnen und Freunden oder in den Vereinen ist.

Das Jahr 2022 brachte zwar eine gewisse Rückkehr zur Normalität, ist andererseits jedoch auch geprägt durch eine tiefe Zäsur. Der Überfall Russlands auf die Ukraine und der Krieg seit fast einem Jahr zeigen uns auf unserem eigenen Kontinent, welches Leid herrscht und welche Brutalität und Menschenverachtung zum Vorschein kommen, wenn die Bemühung um Verständigung und Frieden nicht mehr die Grundlage der Beziehung zwischen den Völkern ist. Dieser Krieg deckt aber auch die Kehrseite globaler wirtschaftlicher Abhängigkeiten auf. Wir spüren dies an den gestiegenen Lebenshaltungskosten. Die Energieversorgung ist für unsere Wirtschaft ebenso wie für unseren privaten Lebensbereich fundamental. In der Vergangenheit haben wir uns in große Abhängigkeit von russischem Gas und auch von chinesischen Produkten begeben. Wir haben den entschlossenen Umstieg auf Wind und Sonne versäumt, der zugleich der Lösungsweg für die große Aufgabe dieses Jahrhunderts ist, nämlich den Umgang mit dem Klimawandel. Bundeskanzler Scholz prägte den Begriff der Zeitenwende und er hatte dabei sowohl die völlig neue Sicherheitslage als auch die großen Aufgaben im Umbau unserer Wirtschafts- und Umweltpolitik im Blick. Bei allen Schwierigkeiten wurde hier in diesem Jahr in der internationalen Solidarität wie auch in den nationalen Maßnahmen mehr erreicht als dies über die letzten Jahre hinweg denkbar war.

 

Ich bin überzeugt, dass es in einer solchen Zeitenwende neben allen Maßnahmen entscheidend auf die innere Haltung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt ankommt. Für den Zusammenhalt ist es wichtig, allen spaltenden Stimmen an den Rändern entgegenzutreten, die die Unsicherheit und Ängste für ihre Ziele ausnutzen wollen. Für die innere Haltung möchte ich gerade in den Tagen vor Weihnachten dazu aufrufen, dass wir uns an den biblischen Grundlagen der Adventszeit orientieren. Diese sind zum einen die Mahnung, notwendige Veränderungen anzupacken und „umzukehren“, wie dies in den Worten der Bibel heißt. Zum anderen geht es um die Kraft gemeinsamer Visionen, die die Weihnachtsgeschichte prägt. Der gemeinsame Traum kann der Beginn einer neuen Wirklichkeit sein, so hat es der frühere brasilianische Erzbischof Helder Camara einmal formuliert. Anders gesagt: Fehlt der Glaube daran, dass die Welt und darin mein Umfeld zum Besseren verändert werden kann, dann schlägt die Stunde der gleichgültigen und zynischen Menschen und es wird nicht nach Lösungen, sondern nach Problemen und Schuldigen gesucht.

Am Ende dieses Jahres gilt mein Dank allen, die sich in den Vereinen, den Bildungs-, Pflege- und Hilfseinrichtungen für die Mitmenschen am Ort eingesetzt und engagiert haben. Ebenso danke ich den Gemeinderätinnen und Gemeinderäten und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den gemeindlichen Einrichtungen. Mit persönlichem Einsatz und sachlicher Kompetenz haben sie alle auch in diesem besonderen Jahr Verantwortung in unserer Gemeinde übernommen.

Ich wünsche Ihnen ein von Zusammenhalt und Zuversicht geprägtes Weihnachtsfest und ein gutes und vor allem gesundes Jahr 2023.

Franz Heilmeier
1. Bürgermeister